INSPIRATION: Angeblich werden immer noch zu viele Führungskraft, weil sie gute Fachleute sind. Oder weil die Auswahl einfach dilettantisch ist – das Bauchgefühl geht vor Fakten. Wie wählen Sie Ihre Führungskräfte aus?
Laut Wirtschaftswoche (Irrweg Bauchgefühl) und der zitierten Experten müssten sich die Verantwortlichen auf ein gutes Einstellungsinterview zwei Tage vorbereiten – aber das macht niemand. Also laufen die Gespräche amateurhaft ab, was in der Tat stimmen dürfte. Und dann wundert man sich, wenn sich schon bald herausstellt, dass die Kandidaten nicht zur Kultur des Unternehmens passen. Ein teurer Fehlgriff, wie die Fachleute immer wieder betonen.
Das ist alles nicht wirklich neu, auch die Tipps nicht. Hier kommen sie:
- Strukturierte Interviews führen – wohl wahr, aber wenn dafür nun mal niemand Zeit hat? Kein guter Grund, sicher. Aber welcher Geschäftsführer setzt sich denn tagelang hin und bereitet sich auf jeden Kandidaten vor? Dafür hat er eigentlich den Personal-Chef, der hoffentlich besser geschult ist. Wenn er sich denn wenigstens mit diesem zusammen die Kandidaten anschaut.
- Objektive Daten sammeln – zum Beispiel in Form von Tests. Einige Unternehmen setzen diese angeblich auch für höhere Positionen ein, aber auch ein Test kann kaum ermitteln, ob jemand zur Kultur passt.
- Algorithmen entscheiden lassen – die Daten lügen nicht und die Software ist ein besserer Personalleiter. Was noch zu beweisen ist.
Oder aber man wählt die Führungskräfte aus internen Kandidaten aus – es gibt Unternehmen, die das auf ihre Fahnen geschrieben haben. Hat den Vorteil, dass die Passung zur Kultur wohl gegeben sein sollte. Die Verfahren wären:
- Chefs von den Mitarbeitern wählen lassen – das wird hier als für die meisten zu radikal bezeichnet, so weit kommt’s noch…
- Ebenso dieser Tipp: Das Los entscheiden lassen. Also zuerst mit den üblichen Verfahren eine Auswahl an Kandidaten ermitteln und dann durch Auslosen den Glücklichen benennen. Eine sehr interessante Vorgehensweise finde ich, haben wir auch schon beschrieben (Ideen per Los auswählen).
- Statt die Kandidaten von Führungskräften vorschlagen zu lassen, einen internen Bewerbungsprozess starten – die Interessenten müssen sich mit ihren Motive und Erwartungen bewerben.
- Führung auf Probe: Man lässt die Kandidaten ein Projekt leiten oder tatsächlich erst mal zur Probe ein Team übernehmen.
Alles irgendwie nicht das Richtige für Sie? Schade. Ich finde, gerade das „Probe-Arbeiten“ als Führungskraft höchst reizvoll. Oder noch besser: Der Chef auf Zeit. Was hält Unternehmen davon ab, die Rolle befristet zu vergeben? Kann mir jemand dafür einen vernünftigen Grund nennen? Wenn ich jemanden von extern hole, hat er ja auch eine Probezeit. Sicher, diese wird selten wirklich zur echten Probe, aber intern sollte das doch weniger problematisch sein.
