17. Januar 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Krimskrams

Berührende Momente

INSPIRATION: Reden reicht nicht! Diese Botschaft haben wir nun schon öfter gehört. Und doch fallen Coaches gerne in diesen Modus zurück: Viele Coaches reden gerne auf ihre Klienten ein! – Es bringt nur nichts. Es braucht schlicht anderes.

Zum Beispiel Embodiment (Die Rückkehr der Gefühle) oder ganzheitliches Herangehen, das alle Sinne anspricht (Ganzheitliches Selbstmanagement). Natürlich haben wir längst Beispiele dafür gesehen und vielleicht auch schon selbst ausprobiert. Es geht vielleicht aber noch besser! Autorin Sylvana Grabitzki-Hatch (Impact-Techniken) liefert dazu einige Grundlagen und Beispiele.


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Impact-Techniken nutzen alltägliche Gegenstände, um Menschen tiefer anzusprechen und ihnen damit Einsichten zu ermöglichen, die tiefer gehen als Reden und ein Appell an den Klienten, er möge doch einfach mal sein Leben ändern. Stattdessen soll das Unbewusste aktiviert werden und seinen Teil zu einer nachhaltigen Veränderung beitragen. Auch diese Lektion ist nicht neu (Neurowissenschaftliche Fundierung von Coaching). Aber wie geht das konkret?

Die Brücke zwischen Kopf und Bauch

Nun, neben Reden müssen Emotionen und Verhalten aktiviert werden. Wie schon im ZRM umgesetzt, können Bilder die Brücke zwischen Kopf und Bauch bilden. Antje Pfab hat den Blick auf die hilfreiche Rolle von Ritualen gerichtet (Coaching als Ritual). Autorin Sylvana Grabitzki-Hatch (Impact-Techniken) knüpft hier an: Impact zu bewirken bedeutet, Coaching mit Wumms zu machen.

„Impact-Techniken sind erlebnisorientierte Interventionen, die mit Alltagsobjekten, Symbolen und kleinen Inszenierungen arbeiten.“ Es geht darum, narrative, symbolische und handlungsorientierte Elemente zu verknüpfen. „Typische Einsatzfelder sind Selbstmanagement, Rollenklärung, Entscheidungsprozesse und Selbstwertstärkung,“ so die Autorin. Abstraktes wird visuell erfahrbar gemacht und spricht somit emotional an. Es eröffnet sich eine weitere Ebene der Auseinandersetzung, die zur Selbstklärung beitragen kann. Vor allem auch, weil es viel besser erinnert werden kann: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Ein Beispiel

Zwei Lichter stehen für unterschiedliche Modi: Die schnell abbrennende Wunderkerze und das lange leuchtende Teelicht. Die Coach hat diese Artefakte in ihrem Coaching-Raum vorrätig und kann sie flugs hervorkramen und anzünden. Und dann die gezielte Frage anschließen: Welches Licht wollen Sie sein? Man muss nicht sehr um die Ecke denken, um unter anderem schnell zum Thema Burnout zu kommen …

In ihrem bahnbrechenden Buch aus dem Jahr 1969 haben Watzlawick und Kollegen zwischen analoger und digitaler Kommunikation unterschieden (Menschliche Kommunikation). Im Einsatz von Impact-Techniken wird die Kraft der analogen Kommunikation deutlich: Im Einsatz solcher Artefakte und Symbole. Natürlich braucht es zudem die digitale Kommunikation (Sprache). Es geht nicht um ein Entweder-Oder. Das Teelicht kann dem Klienten zudem als ein symbolisches Souvenir mitgegeben werden. Es verankert den Clou in der Erinnerung. Auch das kennen wir beispielsweise aus dem ZRM.

Eine Einladung zur Ko-Creation

Wichtig ist auch, dass der Coach der Klientin nicht schlicht das Artefakt in die Hand drückt, sondern dass sich beide auf einen Prozess einlassen, in dem exploriert wird, welche Bedeutung das Artefakt annehmen kann (es kann auch ein Tennisball sein, ein Bambusstab oder … je nachdem eben). Da probieren sich beide im Deuten, Gestalten und Resonieren. Impact-Techniken sind „Mini-Inszenierungen mit großer Tiefe – gerade, weil sie nicht vorschreiben, sondern einladen.“

Und daher braucht die Coach auch eine Kiste mit Materialen. Die Autorin nennt beispielsweise „Aufziehautos, Kugelschreiber, Teelichter, Wunderkerzen, Papierbogen, Reiszwecken sowie Sprudelflaschen, Tonerde, Wassergefäße“. Mise en place nennt man das in der Gastronomie.

Abenteuerspielplatz

Verständlicherweise wirkt die Methode bei Klienten, die offen für Neues, für Experimente sind, besonders gut. Und ebenfalls hilfreich ist die Bereitschaft zu hoher Eigenverantwortung. Denn letztlich entscheidend ist der Transfer in den Alltag. Das will von Coach und Klient sorgsam vorbereitet und begleitet werden.

Schade finde ich, dass die Autorin nicht auf die Schöpferin der Methode, Danie Beaulieu verweist (Impact-Techniken für die Psychotherapie). Und auch lediglich ihr eigenes Buch als Quelle angegeben ist (Mini-Handbuch Impact-Techniken im Coaching). Das geht besser. Und daher werde ich in Kürze noch eine schöne Toolbox zum Thema vorstellen (Coaching mit Wumms).

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Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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