PRAXIS: Gute Metaphern sind im Coaching extrem hilfreich. Manchmal genügt schon die Nennung des Bildes, um die Perspektive zu weiten. Die folgende Analogie gefällt mir besonders gut. Die Formel-1-Methode stammt aus der Serie ”Führung meets Coaching” von Martin Wehrle in der managerSeminare.
Wenn jemand ins Coaching kommt, der sich gerade extrem überfordert fühlt, erzählt ihm der Coach, dass ein Rennfahrer auch besonderen Herausforderungen ausgesetzt ist und ganz allein im Cockpit sitzt.
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Allerdings kann er die Aufgabe niemals bewältigen ohne eine perfekt eingespielte Crew. Will heißen: Ein Manager, der im Moment nicht weiß, wo ihm der Kopf steht, tut gut daran, seine äußeren Ressourcen zu nutzen. Die erste Frage könnte die nach dem Chef-Mechaniker sein: „Wer wäre denn in der Lage, Teile des operativen Tagesgeschäftes zu übernehmen und Ihnen den Rücken freizuhalten?“
Oder die Frage nach einem Teamkollegen: „Wer steht denn gerade vor einer ähnlichen Herausforderung und wäre jemand, mit dem Sie sich austauschen könnten?“
Dann das Bild der Rennleitung: „Welche Unterstützung von Ihrer Führungsetage würde Ihnen helfen, Ihre Ziele zu erreichen?“
Ex-Weltmeister und Reservebank
Und witzig – die Frage nach dem „Ex-Weltmeister“: „Wer hat schon mal ähnliche Aufgaben souverän gemanagt und könnte Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, Ihnen als Vorbild dienen?“
Zum Schluss die Frage nach der Reservebank: „Gibt es Menschen, die für Sie einspringen könnten, wenn alle Stricke reißen?“
Die Methode wirkt schnell, denn zum einen führt sie zu raschen Ergebnissen, die umgehend in die Tat umgesetzt werden können. Zum andern hilft sie dem Klienten zu erkennen, dass es keineswegs verwerflich oder gar eine Schwäche ist, wenn sich Spitzenkräfte von außen Unterstützung holen.
Und schließlich nutzt sie auch dem Team. Gerade bei Menschen, die dazu tendieren, alles selbst bewältigen zu wollen, dürften die Kollegen und Mitarbeitenden die Einbindung und Mitarbeit als motivierend erleben und zugleich von dem Vorbild profitieren.
