25. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Hoffnung geben

INSPIRATION: Die Zeiten wirken seltsam, voller Krisen. Überall ändert sich was, aber niemand weiß, ob irgendwann auch zum Besseren. Wie schön wäre es, wenn da jemand wäre, der Zuversicht ausstrahlt und Hoffnung verbreitet. Wenn uns das selbst nicht gelingt, dann vielleicht anderen? Führungskräften zum Beispiel. Menschen, die mehr Einfluss haben als wir selbst. Wenn die es nicht schaffen, eine positive Zukunftsvision zu entwickeln und zu verbreiten – wer soll es dann tun?

Vielleicht erst einmal ein wenig Begriffsklärung. In der Wirtschaftswoche (Weil immer was geht) werden Hoffnung und Zuversicht synonym verwendet. Und vom Optimismus unterschieden. Optimistische Menschen glauben, dass sich alles schon irgendwie zum Besseren fügt – im Gegensatz zu Pessimisten, die, egal wie die Zeichen stehen, das Schlimmste fürchten. Menschen mit Zuversicht hingegen gehen davon aus, dass sie einen Einfluss darauf haben, wie sich die Dinge entwickeln. Tatsächlich würde ich Hoffnung noch mal anders begreifen, nämlich eher als Wunsch und Bedürfnis, dass alles gut wird.


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Daher ist es schon richtig, dass man als Manager (oder auch Politiker) lieber nicht davon redet, dass man die Hoffnung hat, sich zu einigen. Oder das Ruder herumreißen zu können. Auch nicht, dass man optimistisch ist. Sondern eher zuversichtlich. Die Frage aber bleibt: Was es braucht, um zuversichtlich zu bleiben und Zuversicht auszustrahlen?

Zielvorstellungen und Vertrauen in sich

Und da gibt es offenbar zwei Fähigkeiten, die auch mithilfe eines Fragebogens erfasst werden können. Zum einen die Vorstellung vom Weg zum Ziel. Also eine Idee davon, was man unternehmen kann und sollte. Am besten in kleinen Schritten, damit unterwegs die Zuversicht nicht verloren geht.

Die zweite Fähigkeit besteht darin, seiner eigenen Handlungskraft zu vertrauen. Zum Beispiel seinem Durchhaltevermögen, seiner Improvisationsfähigkeit, seiner Beharrlichkeit. Wer erfahren hat, dass er auch in schwierigen Situationen nicht aufgibt und wenn es hart auf hart kommt, Auswege entdeckt, der dürfte sich leichter tun, Zuversicht auszustrahlen.

Na, schön für die Menschen, die beides in sich vereinen, könnte man jetzt sagen. Wenn ich das selbst nicht hinkriege, dann hoffe ich mal, dass mir andere diese Zuversicht geben können. Da haben wir es wieder, das ”Hoffen”. Wir warten dann eher ab, bis der Messias kommt und uns erklärt, dass er den Weg kennt und wir ihn nur machen lassen sollen.

Wie man es besser nicht macht

Die ”Experten” in Sachen Zuversicht erklären sodann, was Führungskräfte tun sollten, um diese Zuversicht auszustrahlen. Keine abstrakte Strategie verbreiten, sondern eine emotionale Geschichte erzählen. Und dann den Menschen auch etwas zutrauen. Ganz knifflig, oder? Da ist der Unternehmer oder Manager, der selbst an die Zukunft seines Unternehmens glaubt und Zuversicht verbreitet. Aber gleichzeitig, weil ja Krise angesagt ist, drastische Einschränkungen vornimmt, die Kontrolle verstärkt und alle Entscheidungen über seinen Tisch laufen lässt.

Die Botschaft lautet dann: ”Ich selbst habe die Sache im Griff, weiß, was zu tun ist. Aber euch traue ich das nicht zu, deshalb läuft jetzt alles nach meinen Vorgaben ab.” Da darf er sich nicht wundern, wenn die so ”Geführten” ihn machen lassen, vielleicht noch hoffen, aber von einem ”Hope-Loop” nichts zu sehen ist. Gemeint ist ein ”selbstverstärkender Kreislauf: Handlung erzeugt die Erfahrung, etwas bewirken zu können. Und das wiederum bestärkt die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu wagen.”

Vertrauen in andere

Was wäre die Alternative? Vielleicht erst einmal nicht zwischen Führungskräften und ”normalen” Menschen unterscheiden. Sondern selbst, egal in welcher Position, schauen, welche Möglichkeiten man selbst hat. Wo man schon mal erfolgreich war. Auf welche Stärken man sich verlassen kann. Dann wird jeder ein wenig Zuversicht ausstrahlen.

Bei Führungskräften käme dann noch etwas hinzu. Neben der eigenen Zuversicht müssten sie die Zuversicht ausstrahlen, dass sie auch ihren Leuten zutrauen, die notwendigen Schritte zu machen. Vielleicht hilft da die gleiche Übung: Mal zurückschauen, wo die Mitarbeitenden eine knifflige Situation gelöst haben, über sich hinausgewachsen sind und damit gute Gründe geliefert haben, zuversichtlich zu.

Daran darf man dann auch als Führungskraft getrost erinnern. Denn so stärkt man eher den Glauben an sich selbst, statt sich darauf zu verlassen, dass die da oben schon den richtigen Weg finden werden.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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