INSPIRATION: Vermutlich hilft es nichts, aber es soll niemand mal sagen, er hätte es nicht gewusst, und selbst MWonline hätte es ihm oder ihr nicht verraten: Smartphones sorgen dafür, dass wir geistig verkümmern. „Ja klar”, werden Sie sagen, ”hat man auch vom Fernseher, von Videospielen, vom Computer und vom Internet gesagt. Aber ist alles halb so schlimm geworden!“
Das stimmt, sagt Henning Beck (Smartes Örtchen). Aber bei den genannten Medien war die Sache etwas anders. Sie waren nämlich an einen Ort gebunden. Man musste sich vor den Fernseher, an den Rechner, an die Konsole setzen, um sie zu nutzen. Egal, wie lange man dann davor saß: Irgendwann war jeder Film, jedes Spiel, jede Serie beendet. Dann stand man auf, verließ den Raum und das Gehirn konnte mit dem Geschehen abschließen und sich etwas Neuem zuwenden.
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Ohne natürliches Ende
Beim Smartphone aber gibt es keine Grenzen. Wir tragen es mit uns rum, und es ist nicht das Gerät, das uns auffordert, etwas zu tun, sondern wir selbst werden aktiv. Angeblich gehen 90% unserer Smartphone-Nutzungen von uns aus. D.h. wir greifen nach dem Gerät – einfach so, weil es da ist. Und anders als bei den ”alten” Medien gibt es kein ”natürliches” Ende, wenn wir ein Filmchen zu Ende gesehen haben, startet das nächste. Oder wir warten erst gar nicht so lange, sondern scrollen schon vorher zum nächsten. Oder wechseln mal eben die App, um – ja was? Nach etwas zu schauen, von dem wir selbst nicht wissen, was es ist.
Was wird wohl passieren, wenn man auf unserem Smartphone das Internet abschaltet? Wenn es zwar noch SMS, Handyspiele und Fotos gäbe – und natürlich das Telefon – aber mehr nicht? Amerikanische Forscher haben das offenbar getestet. Ihre Probanden durften spielen und ihre gespeicherten Fotos betrachten, auch Nachrichten versenden und Telefonanrufe tätigen, aber mehr nicht. Sie lebten praktisch wie Ende der 90er-Jahre.
Zehn Jahre jünger
Jetzt müssen Sie ganz stark sein! Nach drei Wochen hatte ihre geistige Leistungsfähigkeit so stark zugenommen, wie dies umgekehrt einem Abbau von zehn Jahren entsprach. Sie wurden praktisch geistig wieder 10 Jahre jünger. Mehr noch: Ihr Wohlbefinden verbesserte sich stärker als bei der Einnahme von Antidepressiva.
Laut Beck ist dies der erste Beweis dafür, dass ”der permanente Zugang zum Internet eine Ursache für schlechteres Denken und Wohlbefinden ist”. Und nun? Werden Sie nun das Internet auf Ihrem Smartphone abschalten? Einen Versuch wäre es wert, oder? Ich für meinen Teil werde es testen. Ich kann nicht versprechen, es für ganze Tage abzuschalten. Aber was spricht dagegen, es erst mal von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und dann wieder von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu versuchen. Ich werde von meinen Erfahrungen berichten.
Ach, noch was. Der Titel ”Smartes Örtchen” hat mit einem ”Fun Fact” zu tun. Jährlich fallen angeblich 1,8 Millionen Smartphones in England in Toiletten. Dürfte Büchern oder Zeitschriften eher selten passiert sein.
