PRAXIS: Sind Sie Teil eines temporären Teams? Bestimmt, jeder arbeitet immer mal wieder zusammen mit anderen Menschen an einem Thema (in der Regel neben anderen Tätigkeiten), bis ein Ergebnis vorliegt – anschließend löst sich das Team auf und jeder widmet sich neuen Aufgaben (Kooperation on the fly). In vielen Workshops, die ich moderiert habe, finden sich am Ende kleine und größere Gruppen, die eine von allen beschlossene Aufgabe übernehmen – und schon ist das temporäre Team gegründet.
Kein Problem? Nun ja, oft klappt es. Aber oft auch nicht. Oder nicht besonders gut. So viel aber steht fest: Für grundlegende Absprachen der Zusammenarbeit nimmt man sich in der Regel wenig Zeit. Wofür genau? Hier kommt eine kleine Checkliste.
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Ich zähle Ihnen auf, was ein solches Team benötigt, um erfolgreich zu sein, und Sie schauen mal, was davon auf ihr Team zutrifft. Das können Sie übrigens auch für das Team durchspielen, in dem Sie dauerhaft mit anderen zusammenarbeiten. Und bevor Sie sagen: „Das ist ja banal!” – jede Wette, dass Ihr Team nicht alle Merkmale erfüllt? Los geht es!
Von Zielen und Rollen
- Haben Sie ein Ziel, das sauber definiert ist und von allen im Team (und auch außerhalb des selbigen) geteilt wird? Aber aufgepasst: Mitunter meint man nur, dass das Ziel doch allen klar sein müsste.
- Kennt jeder seine Rolle im Team?
- Arbeiten Sie konstruktiv zusammen? Hier kommen die drei Vs ins Spiel:
- Vertrauen: Erkennt man am besten daran, ob die Mitglieder bereitwillig Informationen und Wissen teilen.
- Verständigung: Sprechen Sie die gleiche Sprache? Oder haben Sie immer wieder mal das Gefühl, das aneinander vorbei geredet wird?
- Verantwortung: Kann man sich darauf verlassen, dass die Kolleg*innen sich an Zusagen und Absprachen halten – Stichwort Verbindlichkeit?
Die Umsetzung
Temporäre Teams haben in der Regel keine Zeit für aufwändige Teamsbildungsaktivitäten und gegenseitiges Kennenlernen. Die folgenden Schritte bzw. Maßnahmen sollten aber machbar sein – es müssen gar nicht unbedingt alle auf einmal sein:
- Das Ziel: Klären Sie möglichst früh die folgenden Fragen:
- Wann genau ist das Ziel erreicht? (Definition of Done)
- Wie verstehe ich den Auftrag?
- Worin sehe ich den größten Nutzen?
- Auf welche Unternehmenswerte zahlt dieser Auftrag ein?
- Die gemeinsame Sprache: Gerade wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Expertise und Herkünften zusammenarbeiten, kann es helfen, mit Symbolen und Bildern zu arbeiten – z.B. mit einer gemeinsam gestalteten Projektlandschaft als Bild.
- Rollen und Regeln: Jedem sollte klar sein, wie seine Rolle aussieht, welche Aufgabe er hat und wo und in welcher Weise er bzw. sie von anderen abhängig ist. Dazu werden klare Regeln aufgestellt, wie miteinander kommuniziert wird, z.B. Regeln für Besprechungen, für den Umgang mit E-Mails usw. Hier kann eine Team-Charta helfen.
- Reflexion: Und schließlich gehört es zu einem funktionierenden Team, dass in regelmäßigen Abständen darüber gesprochen wird, was gut und was nicht so gut läuft. Retrospektiven nennt man das heute – aber ganz gleich, wann und wie das erfolgt: Hauptsache, es gibt Raum für offene Aussprachen. Nach meiner Erfahrung hapert es daran am meisten – weil sich niemand die Zeit dafür nimmt.
Alles alte Hüte, wohl wahr. Aber Hand auf’s Herz: Was davon gehört zu Ihrem Team-Alltag – sei es nun in einem temporären oder dauerhaften Team?
