4. April 2025

Management auf den Punkt gebracht!

Keine heroische Gestalt

INSPIRATION: Das Unternehmen als Garten, der Manager als Gärtner? Metaphern für gute Führung gibt es zuhauf, braucht es da noch eine? Darüber lässt sich streiten, aber wenn man sich mal umschaut in der Gartenlandschaft, dann passt das schon, oder? Es geht um Wachstum, um Struktur, um Balance und Entwicklung. Und der Gärtner?

Der Beitrag in der managerSeminare (Den Boss zum Gärtner machen) enthält einige Ansätze, die auch schon Christoph Quarch im Personalmagazin genannt hat: Geduld, Zeit und Vertrauen sind demnach die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft, die sich als Gärtner versteht, der ein System im Gleichgewicht halten will. Hier kommen einige hinzu: „Unaufgeregtheit, Berharrlichkeit, Zugewandtheit, Bodenständigkeit“. Der Gärtner interessiert sich für seine Pflanzen, und er weiß, dass das, was sie wachsen und gedeihen lässt, nicht in ihm selbst, sondern in den Pflanzen und im Boden steckt.


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Weitere schöne Bilder: Gärten brauchen mehrere Jahre, um sich zu entfalten und ihre wahre Pracht zu entwickeln. Und man muss in Rhythmen denken, in Wellen. Gärten brauchen ihre „Saftruhe“, um im Frühjahr zur vollen Kraft zu gelangen. Wo lässt man im Unternehmen der Organisation mal diese Verschnaufpause? Auch ein schöner Vergleich: In der Natur kommt erst die Blüte, dann die Frucht. Im Unternehmen wird andersherum gedacht: Erst kommt das Ergebnis, dann dürfen Freude, Lust und Genießen folgen.

Pflanzen müssen auch keine Punkte sammeln und benötigen keine ständige Leistungsüberwachung. Diejenigen, die sich zu sehr ausbreiten und alle anderen klein halten, werden zurückgeschnitten und nicht als „Best Performer“ gewürdigt.  Okay, vielleicht ist das arg romantisch. Und es gibt sicher auch Gärtner, die auf Turbofrüchte aus sind, auf High Performer, und dafür düngen und wässern was das Zeug hergibt. Aber dass das langfristig nicht zu einem gesunden Garten führt, hat sich herumgesprochen.

Tja, was kann man nun mit dem Bild anfangen? Zumindest mal als Gegenentwurf zum Helden präsentieren, denn der „Gärtner ist keine heroische Gestalt“. Und damit vermutlich auch nicht wirklich attraktiv. Oder haben Sie schon mal Stellenanzeigen gesehen, in denen eine Führungskraft gesucht wird, die Eigenschaften eines Gärtners aufweisen soll? Dann müsste ja schon die Unternehmensspitze das Bild im Kopf haben und es den Mitarbeitern präsentieren. Jeder Vorstand würde vermutlich die Sorge haben, nicht ernst genommen zu werden. Dann schon lieber Churchill zitieren (selbst häufig gehört) …

Schön gemeint, ich fürchte nur, das mit der Gärtner-Metapher wird sich eher nicht durchsetzen.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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