30. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Ein Schalter

KI: Und sind die Kartoffeln da, werden sie auch gegessen

KRITIK: Künstliche Intelligenz ist das dominante Medienthema in diesem Jahr. KI drängt sich allerorten auf. Sie lockt mit fantastischen Heilsversprechen. Und man kann ihr kaum aus dem Weg gehen. Auch nicht im Unternehmenskontext.

So macht auch die Changement! in diesem Sommer mit einem Schwerpunktthema auf: Es ist eine einzige Lobeshymne. Und man kann sich des Eindrucks kaum erwehren: Da wird in den Unternehmen viel Unterschiedliches in einen Topf geworfen. Und die Einblicke bleiben zumeist oberflächlich. Die anschließenden Fragen allerdings bleiben zumeist offen: Wäre es nicht besser, die Sache einmal kritisch und grundsätzlich zu beleuchten?


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Man sollte schon klar unterscheiden, ob man von Automatisierung oder KI spricht. So Athanasios Karafillidis, KI-Manager der Stadt Dortmund (Was macht eine KI im System?). Automatisierung bedeute robotische Zuverlässigkeit. Diese „klassische“ Nutzung nach Wenn-Dann-Programmen sei in der Verwaltung beispielsweise weit verbreitet. Bei dieser Experten-KI geht es um Mustererkennung. Generative KI hingegen, die heute so populär geworden ist, produziert neue Daten (inkl. Halluzinationen).

Im KI-Rausch

Doch die Beispiele, die gleich zu Beginn des Changement!-Schwerpunkts das renommierte Hasso-Plattner-Institut (HPI) vorstellt, sind typische Automatisierungsanwendungen: Die Autoren (Strukturiert die KI-Integration angehen) zeigen, wie man mittels maschineller Mustererkennung Lebensmittelverschwendung im Seniorenheim reduzieren oder mittels App Nagelerkrankungen erkennen kann.

Ebenso kann man sich lebhaft vorstellen, wie man die Verwaltung einer Krankenkasse mittels Automatisierung upgraden und beschleunigen kann (Diese Entwicklung darf das Gesundheitssystem nicht verschlafen). Doch wenn man von einer Expertin („Eine tiefgreifende Veränderung von Wertschöpfung, Organisation und Führung“) den Ausspruch hört, die KI-Transformation bedeute „einen tiefgreifenden Wandel der betrieblichen Logik – vergleichbar mit der Elektrifizierung oder Digitalisierung“, könnte man schon stutzig werden.

Das Unternehmen wird ausschließlich als Maschine gedacht? Das ist doch allzu platt und kann der Unternehmung als sozialem System nicht gerecht werden. Doch die Expertin ist unerschrocken: „Im Kern steht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine: KI agiert nicht als bloßes Werkzeug, sondern als intelligenter Partner, der zunehmend Mitsprache erhält.“

Vermenschlichung der KI

Analogien zu menschlichen Fähigkeiten führen für Karafillidis (Was macht eine KI im System?) in die Irre. Sie entstammen dem Marketingsermon aus den Silicon Valley. Seit Jahren versucht man uns weiszumachen, dass es bei KI darum ginge, menschliche kognitive Fähigkeiten zu imitieren. Aber umgekehrt wird viel eher ein Schuh daraus. Karafillidis bezieht sich auf Matteo Pasquinelli, den Professor für Wissenschaftsphilosophie (Eine Sozialgeschichte Künstlicher Intelligenz): „Wir brauchen diese Analogien gar nicht, um zu verstehen, wie diese Maschinen funktionieren.“ Das Narrativ von der „Intelligenz“ vernebelt eher den Plot.

„Künstliche Intelligenz ist nicht autonom,“ so Karafillidis. Sie ist kein Perpetuum Mobile, die sagenhaften Versp…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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