12. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Intelligent steuern

INSPIRATION: Bei der letzten Fußball-WM staunte die Welt über einen Weltstar, der zwar nicht mehr viel lief, aber immerhin mit seiner Mannschaft das Finale erreichte. Bemerkenswert daran: Lionel Messi war inzwischen 39 Jahre alt. Ein Novak Djokovic hat das gleiche Alter erreicht und ist immer noch in der Lage, mit den Besten der Welt im Tennis mitzuhalten – und er muss dafür sehr viel rennen.

Stimmt es, dass heute deutlich mehr ältere Sportler noch ganz oben mitmischen? Offensichtlich: 1990 lag das Durchschnittsalter der Top-100 der Tennisweltrangliste bei 22, heute bei 26 Jahren. Bei den Olympischen Spielen waren die Sportler 2021 im Schnitt zwei Jahre älter als 1992. Offenbar sind also Sportler heute nicht nur länger aktiv, sondern auch länger erfolgreich.


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Wie machen die das? Und was können wir Älteren, die auch gerne länger fit bleiben wollen, davon lernen? Schön wäre es, wenn es da ein ganz besonderes und möglichst einfach anzuwendendes Erfolgsrezept gäbe. Aber wir ahnen es – so einfach ist das nicht. Das Zauberwort heißt ”Belastungsmanagement”. Soll heißen: Es gilt, das Wechselspiel aus Belastung und Erholung intelligent zu steuern.

Wohlbefinden messen

Da haben die Profisportler natürlich ganz andere Mittel zur Hand, wenn es darum geht, die Belastungen zu messen. Stichworte sind Leistungsdiagnostik, Schlafanalysen und biometrische Daten erheben. Aber das eine oder andere lässt sich auch für Hobbysportler nutzen. Z.B. der Ruhepuls. Oder die Herzratenvariabilität”letztere gilt als eine der zuverlässigsten Indikatoren dafür, wie gut sich der Körper von Belastungen erholt.” (Höher, schneller, weiter, LÄNGER).

Aber es geht auch einfacher. Wir haben nämlich alle ein ”Messgerät”, das uns anzeigt, wie es um unsere Belastungen aussieht – unser subjektives Gefühl. Ein Tipp der Fachleute: Jeden Tag in regelmäßigen Abständen kurz notieren, wie unser Wohlbefinden ist – z.B. auf einer Skala von 1 bis 10. Dann bekommt man schnell ein Gefühl für den ”Normalzustand” und wenn etwas nicht stimmt. Und dann besser keine wichtige Entscheidungen treffen oder körperliches Training ansetzen. Sondern eine Pause einlegen. Oder Spazieren gehen. Das Gleiche gilt, wenn man schlecht geschlafen hat.

Training – was sonst?

Apropos Training: Das legt man am besten auf den frühen Morgen, gerade wenn man üblicherweise einen vollen Kalender hat. Später am Tag kommt man eh nicht mehr dazu, und abends ist man in der Regel schon zu erschöpft. Auch wichtig: Krafttraining nicht unterschätzen, ”das gilt als einer der wichtigsten Hebel, um lange fit zu bleiben”.

Letzter Hinweis, um auch im fortgeschrittenen Alter noch größere Leistungen zu erzielen: Am Stressmanagement arbeiten. Meditieren kann helfen, Atemübungen ebenso. Schon klar, für all das benötigt man vor allem viel Disziplin. Aber wie sonst haben es Messi und Djokovic dorthin geschafft, wo sie heute stehen?

Alles banal? Sicher. Aber vielleicht fangen Sie mal mit dem täglichen Notieren des Wohlbefindens an – einfach, um einen Startpunkt zu setzen.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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