17. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Tango Argentino

Popometer

KRITIK: Das alte Lied: Die Alten und die neuen Technologien – zwei Welten prallen aufeinander. Folge 266 – Künstliche Intelligenz. Das klingt wieder arg gehässig von mir … Aber es gibt eine frohe Botschaft!

Ein paar kritische Gedanken kann ich mir selbstverständlich nicht verkneifen. Aber zunächst zur Studie der Autor*innen (KI-Nutzung für alle). „Jüngere, höher qualifizierte und männliche Beschäftigte nutzen KI häufiger,“ das scheint erwiesen zu sein. Aber warum ist das so und was bedeutet das? Das Autorenduo verweist auf das bekannte Altersstereotyp (Illoyal und pflegeintensiv).


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Und gleichfalls auf die Sozioemotionale Selektivitäts-Theorie, die postuliert, dass sich handlungsleitende Motive – je nachdem, welche Perspektive man auf sein Leben hat – verändern. Die Jüngeren blicken auf einen offenen Horizont, da lohnen sich Experimente und Investments (noch), die Älteren … haben mit dem Leben abgeschlossen. Sorry, ich muss das mal so drastisch abkürzen, denn in den 1980er-Jahren konnte ich von der Nestorin der Alternsforschung und späteren Bundesfamilienministerin, Ursula Lehr, schon lernen, dass man solches die „Defizittheorie des Alterns“ nennt. Offensichtlich hat man das in der Gerontologie wieder vergessen. Shame!

Too old to rock ’n‘ roll …

Zurück zur Fragestellung: „Ältere Personen nutzen KI seltener und berichten häufiger von Unsicherheit, geringer digitaler Selbstwirksamkeit sowie einer größeren Skepsis gegenüber KI.“ Die Lage scheint komplizierter zu sein. Die Autoren zitieren eine aktuelle Studie der London School of Economics, die zum Schluss kommt, dass jüngere Beschäftigte KI zwar häufiger und früher nutzen, die altersbedingten Produktivitätsgewinne durch KI würden sich aber verflüchtigen, sobald Beschäftigte Zugang zu Trainings- und Unterstützungsangeboten hätten. Da setzen die Autorinnen an: Sie schauen auf den Kontext und mutmaßen: Altersdiversität könnte eine Ressource sein statt eine Barriere. – Na, da schau an!

Flugs machte man sich ans Werk und organisierte eine repräsentative Stichprobe für eine Befragung. Die Forschenden wollten besser verstehen, wie sich Alter und Erwartungshaltung an KI sowie die spezifische Weiterbildungsmotivation darstellen. Und siehe da: „Mit zunehmendem Alter nehmen positive Einstellungen gegenüber KI signifikant ab.“

… too young to die

Nun betrachten die Autorinnen moderierende Kontextvariablen:

  • KI-Trainingsangebote: Werden vom Unternehmen Trainings angeboten, reduziert das den negativen Zusammenhang zwischen Alter und KI-Einstellung sowie Trainingsmotivation.
  • KI-Regeln: Formalisierte Regeln zur KI-Nutzung (Net huddele) erzeugen denselben Effekt.
  • Verhalten der Führungskraft: Wird der Führungskraft KI-Kompetenz zugesprochen und kommuniziert sie regelmäßig zu KI, dann sehen wir auch hier wieder dieselben Effekte. – Allerdings zeigen sich nichtlineare Effekte, stark KI-affine Führungskräfte scheinen ältere Mitarbeitende eher abzuschrecken.

Die Handlungsempfehlungen der Autor:innen sind schnell bei der Hand:

  • KI…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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2 Kommentare zu „Popometer

  1. Und ebenso könnte die durchschnittlich stärkere Skepsis von Frauen als Ressource betrachtet werden:
    Vielleicht liegt es an einer stärkeren Wert- versus Wettbewerbsorientierung?
    Falls es hierzu eine Studie gibt, höre ich gern davon.

  2. Man könnte auch sagen, dass Frauen gern mit Menschen agieren, mit Menschen Netzwerken und genau wissen, dass eine KI nicht wirklich intelligent ist, Ältere Frauen haben auch Terminator 1-3 im Kino gesehen und wissen um die Risiken von KIs die nicht von einem Menschen kontrolliert werden. Männer sind oft bequem oder sagen wir besonders effizient. Schnell mit etwas beeindrucken gefällt ihnen. Auch sind sie häufiger technikaffiner als Frauen. Ältere Leute wissen aus Erfahrung, dass nicht alles besser ist, nur weil es neu ist. Es muss auch niederschwellig funktionieren und einen Mehrwert bringen.

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