INSPIRATION: Zugegeben, der Titel soll neugierig machen und könnte ich die falsche Richtung lenken. Denn mit „den anderen“ sind Roboter gemeint – und das ist ungemein faszinierend.
In der Brand eins werden uns drei Beispiele vorgestellt, in denen junge Leute mit Ideen auf den Markt gehen, die mit Modularisierung zu tun haben. Davon hören wir inzwischen häufig aus der Architektur. Um günstigen Wohnraum zu schaffen, werden Wohnhäuser aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt (Plattenbau in smart).
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In dem ersten Beispiel geht es um Roboter (Wunderbar wandelbar). Die stehen vor allem in Fertigungshallen, werden genau für einen bestimmten Vorgang gebaut, den sie dann zuverlässig wieder und wieder durchführen und den Menschen (monotone) Arbeit abnehmen. Wie wäre es, wenn so ein Roboter aber nicht nur eine Fertigkeit besäße, sondern ganz viele? Und je nach Bedarf mit wenig Aufwand umgerüstet werden kann?
”One Robot – many tasks” – entstanden ist die Idee an einer Universität. Eine Bachelorarbeit stand am Anfang, heute gibt es ein junges Unternehmen, das solche Roboter für den Straßenbau entwickelt. Das Thema heißt ”Betonabbruch” – es ”gehört zu den härtesten Jobs auf der Baustelle”. Arbeiter halten einen Wasserstrahl mit 3.000 Bar und müssen damit zentimetergenau Beton sanieren. Diesen Job will so gut wie niemand machen.
Physical AI
Wie wäre es, wenn nun ein fahrbarer Roboter genau das kann? Je nach Material Beton abträgt oder Stahlflächen sandstrahlt? Der – anders als seine Kollegen in der Fabrik – keine saubere, unveränderbare Umgebung vorfindet, sondern sich mithilfe von ”Physical AI“ vor Ort zurechtfindet und zuverlässig diese Arbeiten erledigt? Und wenn es eines Tages Roboter gäbe, die auch andere, sich ähnliche Aufgabe am Bau schaffen: Verputzen, Trockenbau, Fliesenarbeiten, Schutzanstriche?
Während zum Beispiel Menschen pro Tag ca. einen Kubikmeter Betonabtrag schaffen (1.536 Euro pro Kubikmenter), gelingen dem Roboter drei Kubikmeter für 582 Euro. Wenn das klappt, freuen sich nicht nur die Bauherren, sondern auch diejenigen, denen die Drecksarbeit abgenommen werden. Interessantes Beispiel für die Diskussion, ob moderne Technik Arbeitsplätze vernichtet.
Kleidung aus Quadraten
Das zweite Beispiel erwähne ich auch noch kurz. Es hat weniger mit dem Thema ”Management” zu tun, ist aber ebenso faszinierend. Können Sie sich vorstellen, dass es Kleidung gibt, die sich mit wenigen Handgriffen meinem Bedarf anpasst? Mal Rock, mal Hose? Mal lang, mal kurz? Mal weit, mal eng? Mal leger, mal elegant? Und wenn irgendwo ein Fleck nicht mehr rausgeht, wird sie nicht weggeworfen, sondern einfach das betroffene Modul ersetzt. Was genauso bei Änderungswünschen in Sachen Farbzusammenstellung funktioniert.
Eine Designerin hat genau das entwickelt: Modularierbare Kleidung, bestehend aus einfachen Quadraten. Mithilfe von Schlaufenbändern und Zugkordeln lassen sich diese ganz unterschiedlich gestalten. Diese Idee stellt ein völliges Umdenken dar: Statt danach zu suchen, wie sauberer und nachhaltiger produziert werden kann, wird das System des ”kaufen, tragen, ersetzen” komplett hinterfragt. Klingt erst mal verrückt, und ob es dafür einen Markt gibt, wird sich zeigen. Da müsste so mancher seine liebgewordenden Shopping-Touren infrage stellen …
