13. Februar 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Leckerlis für Mitarbeiter

KRITIK: Die Zeiten, in denen Führungskräfte ihren Mitarbeitern am Ende des Jahres mal so richtig Feedback geben sollen und ihnen dann auch noch mitteilen dürfen, wie ihre Note ausgefallen ist, wovon wiederum eine Prämie abhängt, scheinen langsam vorbei zu sein. Dafür sollen kleine Überraschungen die Motivation ankurbeln (Chef, wie war ich?).

Die Noten hält man bei SAP „nicht mehr für zeitgemäß“. Man habe erkannt, dass ein Gespräch am Jahresende auch nicht mehr passt, weil der Abstand angesichts der rasanten Entwicklung z.B. in der Softwareentwicklung zu groß ist. 

Bei Accenture hat man das „Forced Ranking“ abgeschafft – jenes schräge Instrument, mit dem Führungskräfte gezwungen werden sollten, „objektiver“ zu beurteilen. Zitat: „Das lässt sich den Leuten heute nicht mehr vermitteln.“ Ließ es sich das jemals?

Und was kommt jetzt? Bei SAP erhalten die Führungskräfte eigene „Töpfe für besondere Leistungen„. Daraus können sie kleine Prämien entnehmen und ihre Mitarbeiter überraschen, wenn sie gute Leistungen vollbracht haben. So wie ich das mit unserem Hund mache, der weiß auch, wo die Leckerlis sind und macht dafür auch mal verrückte Sachen – wenn er Lust hat. Übrigens ist das mit dem Belohnungstopf alles andere als neu, gibt es schon lange.

Bei Accenture ist man auch einfallsreich. Führungskräfte „können per Mail Postkarten verschicken, um etwas einem Mitarbeiter für die Extrameile zu danken…“ Und er kann Punkte vergeben, die sich in Buchgutscheine umwandeln lassen. Das funktionert mit meinem Hund allerdings nicht.

Sieht so innovatives Personalmanagement aus? Mit dem unveränderten Menschenbild vom Mitarbeiter, der gestreichelt und gelobt und belohnt werden möchte. „Wenn es einen Grund gibt, ist Loben richtig – als soziale Wesen leben Menschen davon„, sagt Personaler Fassnacht von SAP. Beim Vertrieb hat man dort übrigens wieder ein anderes Menschenbild. Da herrscht angeblich auch eine andere Kultur. Zudem lassen sich Erfolg und Einsatz an den Verkaufszahlen ablesen. Wirklich?

Es ist einfach ermüdend.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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