12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Veränderungen begleiten

REZENSION: Olaf Hinz – Change Maker. Wirksame Veränderungen unter maximaler Unsicherheit. Vahlen 2020.

Das neue Buch von Olaf Hinz ist ein praktischer Ratgeber für alle, die sich in diesen unsicheren Tagen auf den Weg machen, um Dinge zu ändern. Oder besser: Die gar nicht anders können, als Veränderungen einzuleiten oder zuzulassen, und dann zumindest von den angesagten Modellen und Methoden schon mal etwas gehört haben sollten.


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Allein der Umfang des Buches (140 Seiten in Taschenbuchformat) machen deutlich, dass hier nicht die ganze Welt des Change-Managements in aller Ausführlichkeit dargestellt werden kann. Die sechs Hauptkapitel sind immer gleich aufgebaut: Zuerst gibt es ein wenig Theorie, unterfüttert mit praktischen Erfahrungen des Autors, in denen seine ganze Fachkompetenz deutlich wird. Dazu viele Grafiken, die hilfreich für das Verständnis der Modelle sind. Kleine Kritik: Ich tue mich ziemlich schwer, Sätze in weißen Großbuchstaben auf orangem Hintergrund zu entziffern. Absicht?

Methoden-Sets mit praktischen Tools

Dann folgen jeweils Methoden-Sets von vier bis fünf praktischen Tools. Diese sind zum großen Teil bekannt, hier werden sie bezogen auf die jeweilige Veränderungsabsicht vorgestellt und eher knapp beschrieben. Wer sie praktisch einsetzen möchte und sie noch nicht kennt, braucht sicher noch mehr Hintergrundinformationen und Anwendungstipps.

Es beginnt mit dem Sinn von Change und den Methoden Kanban Board, OKR, Design Sprint und User Story, dann folgen die Gestaltung von Change (Tools: Stakeholder Map, Marktplatz der Macher, Projektmarktplatz, Konsenswerkstatt und Lean Start-up), Widerstand nutzen (Coaching, kollegiale Beratung, Appreciative Inquiry, Soziogramm, Team-Empathie-Map und Anwesende Abwesende), Inszenierung der Veränderung (Open Space, Taktikmatrix, Mastermind Gruppen, Co-Creation und Working Out Loud), New Work und Selbstorganisation (Kreise, Konsent, Konsultation, Entscheidungsbeschleuniger) und die Begleitung der Change Prozesse (Canvas, Selbsteinschätzungsfragebogen für Change Agents, Liberating Structures, Goldene Regeln der Moderation und Reflecting Team).

Die Zuordnung der Instrumente zu den einzelnen Themen ist nur zum Teil eindeutig, will sagen: Sie erfüllen sicher auch bezüglich der anderen Change-Themen ihren Zweck. Aber letztlich hilft es dem „Change-Maker“, für jedes Thema etwas in seinem Werkzeugkoffer zu haben, das er hervorzaubern kann, wenn es sich anbietet.

Ich bin etwas über das „New Work“ Thema gestolpert. Meines Erachtens ist New Work eher ein spezifisches Ziel von Veränderung, genauso gut hätte man dann auch das Thema „Einführung einer neuen Software“ als Kapitel wählen können. Aber wie der Autor schreibt, ist das Feld der Organisationsmodelle in Bewegung geraten, und tatsächlich experimentieren offenbar so viele Unternehmen mit Formen der Selbstorganisation, dass man in einem Buch über Change-Mangement daran nicht vorbeikommt. Zumal die Methoden, mit denen man sich der Selbstorganisation nähert, auch bei anderen Change-Anliegen hilfreiche Dienste leisten können.

Alles in allem ein Buch von einem Praktiker für Praktiker mit den wichtigsten Botschaften anschaulich auf den Punkt gebracht.

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