PRAXIS: Eine einfache Metapher für Coachs, deren Klienten mit dem Problem der Überforderung zu ihnen kommen. Wer sich überfordert fühlt, erlebt dies häufig als persönliches Versagen, als Unfähigkeit, den Ansprüchen gerecht zu werden. Tatsächlich fehlt es lediglich an einer angemessenen Struktur im Umgang mit einer Vielzahl von gleichzeitig auftretenden Anforderungen.
Solche Belastungen entstehen ”im Zusammenspiel von Rollen, Erwartungen, organisationalen Rahmenbedingungen und inneren Bewertungsprozessen“ (Das Flurmodell: Überlastung visualisieren und reduzieren). Der Klient kann sich nicht entscheiden, welche Aufgabe er zuerst angehen soll. Alle beanspruchen Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, entsprechend kann keine von ihnen wirklich abgeschlossen werden. Alle bleiben wirksam.
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Belastungen benennen
Hier hilft die Flurmetapher. Sie stellt die Situation als Flur mit einer Reihe von Türen dar, die jeweils für einen Belastungsbereich stehen. Das sind Dinge wie offene Projekte, Erwartungen von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden, familiäre Verpflichtungen, eigene innere Ansprüche, Sorgen, ungelöste Konflikte, aber auch eine ”dauerhafte Hintergrundbelastung”.
Der Klient schildert zuerst die aktuelle Situation und benennt die gleichzeitig erlebten Anforderungen. Diese werden dann als offene Türen visualisiert, z.B. am Flipchart. Sodann wird die Wirkung der offenen Türen reflektiert, wobei der Coach durch Nachfragen hilft, diese konkret zu machen.
Realistische nächste Schritte
Anschließend erfolgt eine ”vorsichtige Strukturierung” – gemeint ist eine gemeinsame Betrachtung, welche der Türen im Moment offen stehen müssen. Vielleicht sind welche dabei, die vorübergehend geschlossen werden können. Oder vielleicht erst einmal nur angelehnt werden. Damit wird erreicht, dass der Klient zwischen den Anforderungen differenzieren kann und nicht mehr alle als gleich bedeutend erlebt.
Zum Schluss wird ein konkreter nächster Schritt formuliert, der klein und vor allem realistisch umsetzbar ist. Es geht also nicht darum, alle offenstehenden Türen zu schließen, sondern ins Handeln zu kommen und damit das Gefühl, den vielfältigen Anforderungen hilflos ausgesetzt zu sein, zu beseitigen.
