12. April 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Zweige der Klarheit

PRAXIS: Manche Entscheidungen fallen uns ungeheuer schwer – so schwer, dass wir sie nicht ohne Hilfe von außen treffen können. Arbeit für einen Coach. Und das folgende Tool hilft dabei, die Optionen zu sichten, zu bewerten und am Ende eine Entscheidung zu treffen, mit der sich die Klientin wohl fühlt (Zweige der Klarheit). Für erfahrene Coachs sicher sehr vertraut, aber vielleicht hilft auch ihnen eine sorgsam gestaltete Struktur.

Schritt 1: Zunächst wird geklärt, um welche Entscheidung es geht, welche Intention dahinter steckt, welche Optionen zur Auswahl stehen. Und was wohl anders wäre, wenn sich der Klient schon entschieden hätte. Die Optionen werden am Flipchart festgehalten.


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Schritt 2: Nun geht es um Kriterien: Was ist der Klientin bei der Entscheidung wichtig? Welche Gefühle und Werte spielen eine Rolle? Wenn diese genannt sind, bittet der Coach den Klienten, für eine der in Schritt 1 genannten Optionen diese Kriterien, Werte und Gefühle zu priorisieren. Damit wird ihm bewusst, was ihm wirklich wichtig ist. Mit dieser Erkenntnis wählt er aus der Zahl der Optionen die drei bis fünf wahrscheinlichsten aus, die weiter verfolgt werden sollen.

Schritt 3: Jetzt wird der Baum am Flipchart visualisiert. Und an den Enden der Äste hängen Moderationswolken mit den verbliebenen Optionen. Die Klientin wird aufgefordert, sich in die Zielsituation hineinzuversetzen. Auf dem Boden liegen Karten mit den Optionen, in der Anordnung wie an den Zweigen. Der Klient stellt sich zu den Optionen und spürt in sich hinein, was sein Körper ihm signalisiert. Die aufkommenden Gefühle benennt er (unsicher, froh, ängstlich, zufrieden, stolz etc.). Sie werden vom Coach in Form von Smileys zu den jeweiligen Wolken gehängt.

Schritt 4: Nun entscheidet der Klient, mit welcher Option er beginnen wird. Es bietet sich diejenige mit dem geringsten Zuspruch an. Damit auch alle am Ende betrachtet werden (sonst geschieht es, dass eine favorisierte „voreilig“ ausgewählt und der Rest nicht mehr angeschaut wird). Jede Option wird nun noch einmal in Bezug auf die genannten Werte und Kriterien betrachtet, ob sie zufriedenstellend erfüllt sind.

Schritt 5: Es stellt sich jetzt die Frage, warum die Entscheidung bisher noch nicht getroffen wurde. Und welche „Kleber-Umstände“ dazu geführt haben, den aktuellen Zustand beizubehalten. Auch hier hilft es wieder, wenn die Körperempfindungen einbezogen werden. Und es werden Wege gesucht und festgelegt, diese Hürden zu überwinden.
Der Schritt sollte sorgfältig bearbeitet und hierfür so viel Zeit wie nötig aufgewendet werden.

Schritt 6: Im letzten Schritt werden Maßnahmen besprochen und Einzelschritte zur Umsetzung definiert. Sowohl zur Umsetzung der Entscheidung als auch zur Überwindung der Hindernisse.

Die Autorin empfiehlt, das Verfahren in zwei Sitzungen anzuwenden. Wobei die „Pause“ nach Schritt 4 erfolgt – so hat die Klientin die Möglichkeit, die Bewertung an Hand der Kriterien noch mal sacken zu lassen. Ich denke aber, das hängt ganz von der Tragweite der Entscheidung und dem Verlauf des Coachings ab.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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