INSPIRATION: Seit vielen Jahren arbeite ich mit dem Zürcher Ressourcen Modell®. Und leite auch meine Studierenden an, es für sich zu nutzen. Und dann so was …! Ich lerne plötzlich in kürzester Zeit faszinierende neue Anwendungsideen kennen.
Erst war es die Idee, dröge formulierten Unternehmensvisionen mit Hilfe des ZRMs auf die Sprünge zu helfen. Das hat die Altmeisterin der MWonline-Community im Webtalk (Visionen zum Leben erwecken) selbst vorgestellt. Nun lerne ich, wie man das ZRM erfolgreich für tiefgreifende Transformationsprozesse nutzen kann.
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Rites de Passage
Dabei wollte ich den Beitrag von Autor Bernd Kessel (Zwischen Loslassen und Neubeginn) schon abhaken und weiterblättern. Der Hinweis auf das ZRM erfolgt nämlich erst auf Seite 4 von 6. Wie gut, dass ich geduldig war! Denn nach den Ausführungen über Rites de Passage (Übergangsriten), und „die sublime Ebene der condition humaine“, war ich eher leicht gelangweilt. Nicht, dass das nicht gehaltvoll sein kann und erhellend. Doch erinnert es mich eher an ethnologische, tiefenpsychologische und auch soziologische Diskurse, die leider oft recht speziell und „eigenbrötlerisch“ sind. Werden sie in den OE-Kontext eingeführt, wirken sie auf mich leicht esoterisch.
Dass meinerseits hier eine Warnleuchte anging, hat auch mit dem Autor Kessel zu tun. Er berichtet von Erfahrungen, die er „in den 1980er Jahren mit Native Americans in den USA gemacht hat.“ Tja, auch ich habe so meine juvenalen Erfahrungen gemacht – allerdings in der deutschen Katholischen Jugendarbeit. Solches hinterlässt Spuren. Und wenn nun Autor Kessel im nächsten Schritt auf Otto Scharmer und dessen Theorie U hinweist, wundere ich mich, dass ich die Lektüre nicht doch dort abbreche.
Auf der Schwelle
Vielleicht ist es eine hartnäckige Neugier meinerseits, die mich zum Weiterlesen verführt. Denn die Frage liegt in der Luft: Welche Kurve will dieser Beitrag nun nehmen – ehe er im Wer-weiß-wo versielt? Doch Autor Kessel verweilt nicht bei Scharmer & Co., sondern nimmt noch Bezug auf einige anthropologische Koryphäen – und Francisco Varela, bekanntermaßen Koautor von Humberto Maturana. Womit wir beim Konstruktivismus wären (so also fesselt man meine Aufmerksamkeit … grins!).
Und so wird es dann für mich doch noch interessant: „Im Unterschied zu Zeremonien, die gegebene soziale Konfigurationen bestätigen, verändern Rituale den Status eines Menschen.“ Und während ich noch über „die transformative Kraft der liminalen Phase in der ganzheitlichen Erfahrung der Initianden“ und der „universalen Erfahrung menschlicher Sozialität“ nachdenke, lese ich dann diese…
