PRAXIS: Wie gelingt das einer Führungskraft: Einerseits sehr klare Ziele formulieren und die Richtung vorgeben, andererseits den Teams Freiräume einzuräumen und die Eigenverantwortung zu stärken? Ein Medienhaus setzt auf ein Prinzip, das aus Norwegen stammen soll und sich TLT (Tight Loose Tight) nennt (Klar und kreativ). Was hat es damit auf sich?
Gemeint ist eine Abfolge von Meetings, auf die jeweils eine Arbeitsphase folgt – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber ist das auch die gängige Praxis? Nun, im ersten Tight-Meeting wird zunächst das zu lösende Problem definiert. Dann wird geklärt, welche Verbindung es zwischen diesem Problem und dem Markt oder dem Kundennutzen gibt. Beides fließt in eine Zielformulierung ein.
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Anschließend werden erste Hypothesen für mögliche Lösungswege entwickelt und diejenigen ausgewählt, die vom Team überprüft werden sollen. Wobei Aspekte wie Aufwand, Kosten und Zeit berücksichtigt werden. Mit diesen Hypothesen gehen die Teams in die ”Loose-Phase”, die kreative Testphase. Soll heißen: Die Teams entwickeln kreative Lösungen und testen sie.
Kundennutzen im Fokus
Es folgt ein weiteres Tight-Meeting zur Reflexion und strategischen Anpassung. Hier werden die getesten Hypothesen gemeinsam reflektiert, entweder gemeinsam bestätigt oder verworfen. Sodann wird die nächste Loose-Phase geplant.
Diese Abfolge wird so lange wiederholt, bis der angestrebte Effekt erzielt wurde oder sich ihm zur Zufriedenheit aller genähert wurde. Interessant ist die Kategorisierung der Probleme. Der beschriebene Weg ist nur dann sinnvoll, wenn die Probleme komplex sind. Beim Südkurier unterscheidet man zwischen ”blauen und roten Arbeitsbereichen”. Kompliziert sind blaue, also jene, die zwar aufwendig zu lösen sind, aber für die es klare Wege gibt. Für rote Arbeitsbereiche hingegen existieren keine Anleitungen, hier muss probiert und exerimentiert werden. Und jeder gefundene Ansatz, jede Hypothese muss auf Brauchbarkeit überprüft werden.
Wichtig ist der Fokus auf den Kundennutzen. Die Erfahrung des Medienhauses ist positiv. Ein wesentlicher Effekt ist, dass die Führungskräfte die gleichen Begriffe verwenden und alle nach der gleichen Methodik vorgehen.
