6. April 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Langeweile und Angst?

INSPIRATION: Wieder ein Beitrag, bei dem am Ende eine Frage an unsere Leser steht. Vor allem an die älteren unter ihnen. Das Thema begegnete mir in einem Beitrag im Personalmagazin, bei dem es um den demografischen Wandel geht und den damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen (Die weise Organisation).

Die Erkenntnisse sind nicht neu. In vielen Organisationen werden schon bald über 30% der Belegschaft über 50 Jahre alt sein, und wenn diese dann noch älter werden, dann droht ein massiver Verlust an Personal und Erfahrung.


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Eine weitere Herausforderung: Wenn die ”Alten” auf ihren Stellen hocken bleiben und vielleicht gar nicht alle früher gehen wollen oder sollen, dann blockieren sie so manchem aufstrebenden ”Talent” die Plätze an der Sonne. Damit sind wir beim Thema ”Karriere” – diese müsste neu gedacht werden.

Dann ist da die konkrete Zusammenarbeit vor Ort. Können die Generationen miteinander? Wobei ich davor weniger Sorge hätte, es sei denn, die Zusammenarbeit lief auch bisher nicht gut. Dann verschärft sich natürlich das Problem, bei dem man vielleicht bisher gedacht hat: ”Naja, irgendwann sind die Alten weg, dann ist alles gut!”

Chancen und Risiken der Routine

Das eigentliche Thema aber, dass der Autor im Personalmagazin hervorhebt, ist die Art und Weise, wie man mit den älteren Mitarbeitenden umgeht. Denn diese stecken häufig in einem Dilemma. Einerseits sind sie bestens eingearbeitet, verfügen über ein hohes Maß an Routine und können ihren Job ”im Schlaf erledigen”. Ihre Führungskräfte sind zufrieden, alles ist gut.

Andererseits: Routine kann auch in Langeweile ausarten. Und wenn das Umfeld sich daran gewöhnt hat, dass jemand seinen Job zuverlässig erledigt, dann wird es auch wenig unternehmen, ihn zu fördern, mit neuen Dingen zu behelligen, ihn mit Weiterbildungen und ”Upskilling” zu belästigen. Wenn das aber gerade notwendig wird, dann zuckt so mancher zurück. Veränderungen machen nervös, Angst macht sich breit, dass man nicht mitkommt, sich als überfordert erweisen könnte. Vor allem, wenn das mit der Routine schon lange währt.

Das Dilemma

Ein Zustand also zwischen Langeweile und Angst. Beides ist unschön. Der Rat an Unternehmen: Kümmert euch um die über 50-Jährigen, helft ihnen, ihre Angst zu überwinden. Bietet ihnen die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.

Leicht daher gesagt. Wer Neues wagt, riskiert ein Scheitern. Absolute Sicherheit wird es nicht geben. Wenn ich jeden Morgen den gleichen Weg nehme, kann ich mir relativ sicher sein, zu einer bestimmten Zeit am Ziel anzukommen. Wähle ich zur Abwechslung eine andere Strecke, einfach um aus meiner Routine auszubrechen, riskiere ich eine Verspätung. Oder ich muss früher aufstehen, also einen Mehraufwand betreiben. Die gleiche Sicherheit zum gleichen Aufwand – eher unrealistisch.

Lohnt sich der Aufwand?

Wie immer lautet die Lösung: Miteinander reden. Das Thema adressieren. Gemeinsam nach neuen Herausforderungen Ausschau halten, nach Möglichkeiten suchen, Bedürfnisse erfragen. Auch das bedeutet Aufwand. Der sich aber für beide Seiten lohnen wird.

Zur oben angekündigten Frage: Kennen Sie diesen Spagat zwischen Routine und Langeweile auf der einen und Neugier auf Neues bei gleichzeitiger Angst vor dem Unbekannten? Und wie gehen Sie damit um? Um hier noch kurz aus meiner persönlichen Erfahrung zu berichten: Ich schätze tatsächlich die gewohnten Abläufe, je älter ich werde. Aber ich spüre auch den Wunsch nach Abwechslung – wobei mir der damit verbundene Aufwand Sorgen bereitet. Oder besser: Mir zu mühsam erscheint. Und das, obwohl – oder gerade weil – ich ganz selbstständig entscheiden kann, welchen Tätigkeiten ich mich widme.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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