12. Mai 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Plan B für den Notfall

INSPIRATION: Ich habe gut reden – einen Plan B für den Notfall in Sachen Job benötige ich nicht. Oder vielleicht doch – auch im Rentenalter? Vor wenigen Jahren hätten viele Fachkräfte und auch Experten das wohl kaum für möglich gehalten: Dass hochkompetente Fachleute nicht nur ihren Job verlieren, sondern sich schwer tun, einen neuen zu finden.

Aber genau das ist wohl inzwischen keine Seltenheit mehr. Viele Unternehmen kündigen an, Stellen zu streichen, und das in Branchen, die zukunftssicher schienen. Die Ursachen sind bekannt: Weltweite Krisen, Konkurrenz aus Asien, Künstliche Intelligenz, zunehmende Automatisierung auch bei Tätigkeiten, die bisher als unersetzbar galten.


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Selbstzweifel

Die wenigsten Menschen, die mitten im Beruf stehen, haben einen Plan B in der Tasche – für genau diesen Fall (Genauer betrachtet). Plötzlich stehen sie vor dem Nichts, gehen davon aus, dass sie mit ihrer Qualifikation rasch wieder unterkommen werden – und stellen fest, dass dem eben nicht so ist. Und auch Personalberater überfragt sind. Das weckt nicht nur Zukunftsängste, sondern nagt erheblich am Selbstwert. Ist man vielleicht doch nicht so gut und wertvoll, wie man die ganze Zeit gedacht hatte? Gerade gestandene Fachleute und Manager treffen diese Gedanken schwer. Was dann?

Sich mit sich selbst beschäftigen, sagen die Expert*innen. In sich gehen, am besten mit einem Coach. Herausfinden, was man wirklich will – vielleicht sorgt die Situation sogar dafür, dass man zu ganz neuen Einsichten gelangt. Zum Beispiel, wie viel einen am alten Job eigentlich gestört hat. Oder sogar, dass im tiefsten Innern ganz andere Bedürfnisse, Wünsche und Fähigkeiten schlummern.

Und dann gilt es, die Neuausrichtung wie ein Projekt anzugehen. Mit klaren Terminen im Kalender, mit Verabredungen, Netzwerken, neuen Kontakten. So der Tipp für alle, die eben keinen Plan B in der Tasche haben.

Frühzeitig netzwerken

Wen es noch nicht erwischt hat, der sollte vielleicht schon mal einen solchen entwickeln. Sich auch überlegen, welche Alternativen er denn hat, wenn es ihn trifft. Und dann vor allem seine Kontakte pflegen, Netzwerken, eine Liste der eigenen Erfolge und Fähigkeiten pflegen (das hilft, sich der eigenen Stärken bewusst zu bleiben, wenn das Schicksal zuschlägt). Auch notieren, auf was am derzeitigen Job man beim nächsten getrost verzichten kann.

Und wenn man dann in der Situation steckt, nicht das erstbeste Angebot annehmen aus Sorge, auf der Strecke zu bleiben. Sondern schon genauer hinschauen, kritische Fragen stellen, prüfen, ob die neue Stelle wirklich zur eigenen Persönlichkeit passt.

Sehnsuchtsberuf Coach?

So weit, so gut. Was mich immer wieder schmunzeln lässt: Die Fallbeispiele, auch in diesem Beitrag, führen die Protagonisten zur Erkenntnis, dass sie Coach oder Berater werden wollen und das eigentlich viel besser zu ihnen passt als die alte Tätigkeit. Könnte das damit zusammenhängen, dass sie gerade ein Coaching in Anspruch nehmen? Oder entdecken viele von ihnen, wie gut es tut, wenn ihnen jemand zuhört und möchten das auch anderen Menschen zukommen lassen? Aber vielleicht ist es viel einfacher: Die ”neuen” Coachs sind eher bereit, einem Journalisten von ihren Erfahrungen zu berichten.

Wer weiß … Zurück zum Anfang: Braucht jeder einen solchen Plan B? Vielleicht nicht unbedingt einen Plan. Aber sich hin und wieder mal eine Zeit der Besinnung einräumen, in der man sich und das, was man gerade tut, hinterfragt und prüft, ob man genau das auch weitermachen möchte, wenn es aus irgendeinem Grund nicht mehr möglich ist, wäre vermutlich nicht verkehrt. – Das gilt vermutlich auch für Menschen im Rentenalter.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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