PRAXIS: Freunde des lösungsorientierten Coachings und des Zürcher-Ressourcen-Modells (ZRM) werden bei dem folgenden Tool – oder besser: Vorgehen im Coaching vielleicht erst einmal die Stirn runzeln. Wer seinem Klienten helfen möchte, eine wünschenswerte Zukunft zu entwerfen und die hierfür notwendigen Ressoucen freizusetzen, der mag bei dem Gedanken, einen Umweg über ein ”Horror-Ich” zu gehen, skeptisch dreinschauen.
Worum geht es? Darum, eben nicht nur ein ”zentrales ressoucenvolles Bild” zu entwickeln, sondern auch eines ”des blockierenden Zustands”. Die Annahme lautet, dass wenn dieser visualisert ist, der Weg frei wird zur Aktivierung der Ressourcen. Weil vielleicht erst einmal das bisher Erlebte gewürdigt werden muss, um vom blockierenden Tunnelblick weg zu kommen (Vom Horror zum Wunsch-Ich: Blockaden nutzbar machen in acht Schritten).
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Acht Schritte
- Der Klient beschreibt die erlebte oder befürchtete Situation.
- Entwicklung des blockierenden inneren Bildes, Fragen können sich an der Umgebung orientieren (Weite vs. Enge, Hell vs. Dunkel), der An- bzw. Abwesenheit von Personen, nach Details, was vorher und nachher passiert ist oder passieren könnte usw.
- Körper nutzen: Der Coach beobachtet Körperhaltung, Mimik, Blicke, Atmung, lädt ein, einzelne Elemente zu übertreiben (z.B. flache Atmung). Der Klient wird angeleitet, eine zum Bild passende Phrase oder Melodie zu finden. Sie hilft, später das hinderliche Gefühl wieder zu erinnern.
- Das Nützliche im Hinderlichen: Fragen, wofür das Hinderliche nützlich ist, welche positiven Auswirkungen es hat, wenn die Seite weiter wie bisher gelebt wird?
- Inneres Bild vom Ziel entwickeln: Fragen, wo der Klient ”die Qualität des Gewünschten in einer Form schon mal erlebt oder bei anderen Menschen beobachtet hat”. Der Coach lässt sich die Situation beschreiben, bis er merkt, dass der Klient die Stimmung spürt.
- Vom Hinderlichen zum Zielführenden: Hier geleitet der Coach den Klienten vom hinderlichen Bild, repräsentiert durch die Phrase oder Melodie, zum Zielbild ”durch ein bewusstes, tiefes Durchatmen – gefolgt von einem anschließenden Loslassen körperlicher, geistiger Anspannung”. Das wird mehrmals wiederholt.
- Transfer in den Alltag: Das Zielbild wird mit Erinnerungshilfen versehen, die z.B. an bestimmten Orten liegen, an denen der Klient regelmäßig vorbeikommt. Oder die er in der Hosentasche trägt und immer mal wieder zufällig berührt.
- Test-Situationen bestimmen: Gemeinsam definieren Coach und Klient verschiedene Situation, in den das Zieldienliche bewusst eingebaut wird. Ebenso einen Zeitraum und eine Frequenz, in der es gezeigt werden soll.
