WEBTALK: Wissenschaftler wie Praktiker haben zum Thema Führung Theorien entwickelt und empirische Studien betrieben. Eine Perspektive blieb bislang eher unterbelichtet: Wie funktioniert Führung in Ehrenamtsorganisationen konkret?
Lebensmittel werden täglich weggeworfen und gleichzeitig gibt es Menschen, die sie dringend brauchen könnten. Sie, die Ehrenamtlichen, stehen früh auf, fahren los, holen Kisten voller Obst, Gemüse und anderer Lebensmittel ab – Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden. Sie sortieren, retten, verteilen. Für den Transport brauchen sie Kühlboxen und stabile Klappkisten, eigenen Sprit, eigene Zeit und Energie … Die Ehrenamtlichen kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten.
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Die Abholer der Lebensmittel leisten einen jährlichen Beitrag zur Unterstützung des gemeinnützigen Zwecks. Zusätzliche Spenden fließen z. B. in die Ausstattung der Ehrenamtlichen. Eine App dient der Koordination.
Die Lebensmittelretter
Die Lebensmittelretter sind als gUG, als gemeinnützige haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, institutionalisiert. Sie hat in vier Jahren ca. 350 Ehrenamtliche in ganz Deutschland organisiert. Diese bekommen vor Ort viel Eigenverantwortung. Es gilt die Parole: Der verteilende Retter am Auto hat recht! In den Job muss man erst mal reinwachsen … Und deshalb bekommen sie zur Stärkung ihrer Selbstwirksamkeit Schulungen.
Warum sollte man sich das freiwillig antun: Ehrenamt? Und wie führt man eine Organisation, die aus Ehrenamtlichen besteht? Inzwischen haben wir aus der Forschung einige Hinweise bekommen (Komm mit Mann (oder Frau)!). Doch wie funktioniert Führung konkret in der Praxis?
Daniela Schnagl-Vitak ist Gründerin und Geschäftsführerin der Lebensmittelretter gUG in Olching. Als Organisationsentwicklerin moderiert sie komplexe Herausforderungen. Sie führt die Organisation in einer etablierten Beteiligungskultur mit hoher Eigenverantwortung und möglichst geringer Verwaltung. Der Kernsatz ist: Organische (Kommunikations-)Strukturen sind hierarchischen weit überlegen.
Eva Kippenberg ist als Arbeits- und Organisationspsychologin (M.Sc.) für die INWIA Consulting GmbH tätig. Bei den Lebensmittelrettern betreut sie den Bereich Personalentwicklung. Vor einiger Zeit hatten wir sie im WebTalk live zum Thema Hochbegabung.
Im Gespräch soll es um diese und andere Fragen gehen:
- Was motiviert die Lebensmittelretter zu ihrem Ehrenamt? Und welche Bedürfnisse haben sie?
- Mit welchen Situationen und Herausforderungen werden sie vor Ort konfrontiert? Was heißt für sie Kundenorientierung?
- Was bedeutet Kollegialität für die Lebensmittelretter? Und was gibt ihnen die Organisation an Unterstützung, Mitbestimmung und Sinn?
- Was ist die Führungsphilosophie bei den Lebensmittelrettern?
- Wie beschreiben die Ehrenamtlichen ihre Organisationskultur?
- Zwischen Verantwortung und Haftung: Die Lebensmittelretter und die Gesellschaft
- Was können „normale“ Unternehmen von den Lebensmittelrettern lernen?
Der neue MWonline-Webtalk findet am Dienstag, den 10. 11. 2026, um 11.00 Uhr statt. Interessiert? Dann melden Sie sich einfach per Mail an redaktion@mwonline.de, Sie erhalten dann von uns den Teilnahme-Link zugesandt. Anmeldung am 10.11.26 nach 10:30 Uhr nehmen wir nicht mehr an.
Für die Teilnahme an dem Webtalk erheben wir keine Gebühr. Wenn Sie unsere Arbeit wertvoll finden, freuen wir uns, wenn Sie uns unterstützen, indem Sie eine Förder-Mitgliedschaft abschließen! Die Informationen dazu finden Sie hier: https://steadyhq.com/de/mwonline/about
Das Gespräch wird aufgezeichnet. Sobald die Aufzeichnung online ist, informieren wir hierüber im kostenfreien MWonline-Newsletter.
