8. Februar 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Radar-Modell

PRAXIS: So langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Menschen, die für andere in eine Führungsrolle schlüpfen, in der Lage sein sollten, sich selbst zu führen – wie immer man das verstehen mag. Vermutlich ist da gerade in der heutigen Zeit gemeint, trotz aller Anforderungen, Krisensituationen, Belastungen und Ansprüche von anderen und an sich selbst in der Lage zu sein, die Balance zu wahren.

Und dabei gesund zu bleiben, sich auch noch weiter zu entwickeln und Verantwortung „für das eigene Denken, Fühlen und Handeln“ zu übernehmen (Mehr als Kosmetik). Mal abgesehen davon, dass all das auch für uns andere gilt, die keine Führungskräfte sind: Letztere stehen nun mal im Fokus ihrer Umgebung, und Mitarbeitende kriegen ziemlich schnell mit, wenn jemand in der Rolle überfordert ist.


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Da sind wir doch dankbar für praktische Modelle, die uns konkrete Handlungsanweisungen bieten, um diesen Balanceakt zu bewältigen. Der erste Hinweis: Wer dabei nur berufliche Faktoren in den Blick nimmt, der springt zu kurz. Nicht neu, auch das sollte sich herumgesprochen haben: Wenn’s privat brennt, kann man kaum im Job erfolgreich agieren.

Radikale Selbstführung

Das folgende Modell ist nicht allzu kompliziert. Es nennt sich ”Radical Self-Leadership” und gibt es auch in Buchform. Die ersten beide Schritte sind: Analyse der Ist-Situation (in den verschiedenen Lebensbereichen) und dann Erstellung eines realistischen Zukunftsbildes: Wo will hin in den nächsten Jahren. Das dürfte für viele schon eine Herausforderung darstellen, denn das kostet Zeit, und vermutlich ist dabei eine Begleitung sinnvoll.

Anschließend geht es los, und zwar nach dem agilen Vorbild:

  • Auswählen: Man sucht sich zwei bis drei Themen aus, die man in den nächsten 14 Tagen angehen möchte. Denn hier scheitern schon viele deshalb, weil sie sich viel zu viel vornehmen, statt kleine Schritte zu gehen. Am besten visualisiert man die Themen in einem Taskboard, auch gerne digital, mit den Rubriken ”Zu erledigen”, ”In Arbeit” und ”Erledigt”.
  • Durchführen: Es hilft, wenn man sich zur Bearbeitung feste Zeiten einträgt.
  • Anpassen: Am Ende einer jeden Woche schaut man sich an, was erledigt, was offen ist und warum. Vielleicht ist auch etwas nicht mehr wichtig, dann kann es gestrichen werden. Am Ende eines Monats oder eines Quartals prüft man, ob das Zukunftsbild noch stimmt. Das, was geschafft wurde, wird gebührend gefeiert.
  • Reflektieren: Am Ende jedes Abschnitts (nach zwei Wochen) wird reflektiert: Wie erging es mir? Was lief gut? Was weniger? Was will ich weitermachen, was nicht? Hilfreich kann sein, sich regelmäßig Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zu notieren.

Jump-Start-Version

Die Autoren empfehlen als Einstieg eine ”Jump-Start-Version” für alle, die schon ein Problem damit haben, Ist-Situation und Zukunftsbild zu formulieren.

Vermutlich gibt es drängende Themen, die jedem auf Anhieb einfallen, ohne dass er groß analysieren muss. Also kann man auch gleich mit ”Anpassen” und ”Reflektieren” beginnen. Soll heißen: Man schaut sich an, welche Aktivitäten man eigentlich loswerden will (Not-to-do-Liste), reflektiert, wie es einem damit geht und hat seine erste Liste, die es gilt abzuarbeiten.

Könnte den Einstieg erleichtern, denn so viel ist wohl auch klar: Wer ständig mit dem Gefühl der Überforderung lebt und seinen Aufgaben hinterher hechelt, der wird sich – leider – nicht die Zeit nehmen, so wie beschrieben das Übel an der Wurzel zu packen.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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Ein Gedanke zu „Radar-Modell

  1. Nach meiner Meinung besser:
    Was triggert mich in welchem Kontext. Welche meiner Motive, Werte , Begabungen ( sind alles Emotionen) und mein IQ sind mir eigentlich bewußt?
    Kann ich die „Triggeranlässe “ erkennen? Was muss ich tun, um nicht getriggert zu sein.
    Selbstführung ist der bewußte Umgang mit sich selbst. Wer die nicht kann, ist für seine Umwelt ein schwer verdauliche Kost.

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