INSPIRATION: Ein Fußballverein lebt in der Regel davon, dass er sportliche Erfolge erzielt. Dann fließen Eintrittsgelder, Einnahmen aus Werbung und Fernsehrechten sowie dem Verkauf von Fanartikeln. Ein Erst-Liga-Verein in Italien hat ein etwas anderes Geschäftsmodell für sich entdeckt: Udinese Calcio sucht auf der ganzen Welt nach hoffnungsvollen Talenten, erwirbt sie für vergleichsweise wenig Geld und macht aus ihnen begehrte Spitzenspieler. Diese werden für ein Vielfaches auf dem Höhepunkt ihres Könnens wieder „verkauft“, ein einträgliches Geschäft.
Die größte Herausforderung dabei ist, trotz des ständigen Aderlasses in der Serie A zu bleiben, denn nur dort können die Spieler die notwendige Qualität erlangen und vor allem ihren Wert unter Beweis stellen.
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Zweites Problem: Jede Mannschaft hat nur elf Spieler. Um gut zu werden, müssen die Spieler auch häufig eingesetzt werden. Damit ist das Modell nicht beliebig nach oben ausbaubar. Clevere Antwort: Der Verein hat weitere Vereine im Ausland erworben, damit weitet er seine „Produktionskapazitäten“ aus.
Die Autoren des Beitrags im Harvard Business Manager (Die Talentfabrik) nennen dies das „Rein-Hoch-Raus-Prinzip“ und leiten hieraus Empfehlungen für Unternehmen ab, auch wenn sich das Geschäftsmodell nur schwerlich übertragen lässt. Schließlich erhalten Unternehmen keine Ablöse für Mitarbeiter, die sie zu Top-Kandidaten gemacht haben. Aber mal angenommen, Sie sind nicht Chef eines multinationalen Unternehmens, das es sich erlauben kann, für viel Geld die Stars der Branche anderen Unternehmen abspenstig zu machen und mit Spitzengehältern zu locken. Was könnte Ihr Unternehmen dann von Udinese lernen? Hier die Tipps:
- Schauen Sie sich dort nach Talenten um, wo vielleicht nicht alle anderen suchen. Z.B. könnte man mit Hochschulen kooperieren, die nicht zu den ganz bekannten gehören. Und vielleicht auch mal unter Talent nicht nur jüngere „Spieler“ verstehen, sondern auch hochmotivierte „Alte“ (ein Tipp, der so nicht im Artikel steht!)
- Den Talenten Zeit geben, sich zu entwickeln, was bedeutet, keine allzu kurzfristigen Leistungsziele setzen, sondern die Entwicklungsziele betonen.
- Gehälter deckeln: Wenn der Reiz, bei Ihnen zu arbeiten, darin besteht, sich weiter zu entwickeln, dann untergraben große Gehaltsunterschiede diese Intention. Die Kandidaten sollen keinesfalls wegen des Gehaltes kommen!
- Präsentationsmöglichkeiten bieten: Den Talenten Gelegenheiten eröffnen, auf der Bühne zu stehen, ihr Können unter Beweis zu stellen – nur so wird man auf sie aufmerksam!
- Fluktuation von Talenten zu größeren Firmen bzw. attraktiveren Arbeitgebern nicht als Verlust, sondern als Erfolg zu betrachten und offensiv vermarkten – und damit die Attraktivität für Bewerber zu steigen. Wäre doch toll, wenn Ihr Unternehmen den Ruf bekommt, Startpunkt für die Laufbahn vieler erfolgreicher Menschen zu sein, die wiederum anderen nahelegen, sich dort zu bewerben.
