INSPIRATION: Dieser Beitrag könnte Sie interessieren, wenn Sie Führungskraft sind und ahnen, dass es auch bei Ihrem Arbeitgeber zu gravierenden Veränderungen kommen könnte. Was in der jetzigen Zeit vermutlich eher die Regel sein wird. Die Rede ist vom Jobverlust, und zwar bei denjenigen, die sich eigentlich fest im Sattel fühlen könnten. Jenseits der 50, enorme Erfahrung, langjährige Verdienste und (fast) alles schon erlebt.
Aber vielleicht noch nie die Situation, dass man sich plötzlich neu bewerben muss, weil man von heute auf morgen ohne Job dasteht. In den letzten 15 Jahren war die obere Managementebene von solchen Erschütterungen eher selten betroffen, doch seit 2013 ist die Zahl der arbeitslosen Führungskräfte um 45% gestiegen – die Gesamtarbeitslosigkeit hat im gleichen Zeitraum um 16% zugelegt (Zurück auf Boss).
Anzeige:

Fünf Empfehlungen
Hier geht es nicht darum, wie man rechtzeitig mitbekommt, dass ein solch einschneidender Schritt droht, auch nicht um die Tricks, derer sich manche Arbeitgeber bedienen (Miese Tricks). Sondern darum, wie man möglichst rasch wieder eine neue Stelle findet. Denn das ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Je länger die Pause dauert, desto schlechter sind die Chancen. Dann fragen sich die Recruiter, warum wohl bisher niemand eine angeblich so wertvolle Kraft engagiert hat.
Wie geht es also weiter, wenn der Ernstfall eingetreten ist und die Abfindung nicht bis zur Rente reicht? Zunächst einmal: Sich darauf einstellen, dass es lange dauern kann – eher mit 12 Monaten als mit weniger rechnen. Weitere fünf Empfehlungen geben die Exerpert*innen – allesamt nicht neu, aber für diejenigen, die nun mal keine Erfahrungen mit der Situation haben, vielleicht dennoch hilfreich.
Sich selbst vermarkten
Dazu gehört es, sich wieder mit seinem eigenen Lebenslauf zu beschäftigen. Und diesen richtig aufzubauen, das wird häufig unterschätzt. Auf Blatt 1 die wesentlichen Kompetenzen darstellen, Blatt 2 enthält die beruflichen Stationen und Blatt 3 die konkreten Erfolge.
Wenn das Grundgerüst steht, wird es je nach Stellenausschreibung angepasst, dabei hilft generative KI. Und nicht zu viele Bewerbungen verschicken, sie sollten zur Ausschreibung passen. Vor allem: Je mehr Bewerbungen, desto mehr Absagen, das kratzt am Selbstbewusstsein.
Sichtbar werden
Gemeint ist in den einschlägigen sozialen Medien, speziell LinkedIn. Nicht nur, dass man die richtigen Keywords in seinem Profil verwenden muss, damit die Headhunter einen finden, und das alles möglichst in Deutsch und in Englisch. Sondern auch mit Beiträgen seine Fachkompetenz unter Beweis stellen.
Das eigene Netzwerk nutzen
Denn das hat jeder, ist sich dessen oft aber nicht bewusst. Eine Hausaufgabe lautet also: Eine Liste all derer aufstellen, die interessant sein könnten – ob es Kunden, Lieferanten, ehemalige Kollegen oder Vorgesetzte sind – alle sind willkommen. Und dann keine Scheu davor haben, Kontakt aufzunehmen. Nicht mit der plumpen Frage nach einem Job, sondern nach einem Rat. Am besten bei einem persönlichen Treffen.
Papier kann helfen
Am wichtigsten sind offenbar Initiativbewerbungen. Denn die meisten Führungspositionen werden erst gar nicht ausgeschrieben. Hier kann die klassische Bewerbung mit Mappe mehr Aufmerksamkeit erregen als eine Mail – so sehr das auch von Unternehmen angeblich gewünscht wird. Immer noch landet die Post eher auf dem Schreibtisch der Entscheider, während Mails rasch gelöscht sind.
Personalberater nutzen
Wer gewohnt ist, regelmäßig Anfragen von Headhuntern zu bekommen, der muss umdenken. Und diese nun selbst kontaktieren. Aber nicht wahllos, auch nicht unbedingt diejenigen, die man schon kennt. Headhunter sind oft spezialisiert auf Branchen oder bestimmte Rollen. Allzu viel Hoffnung machen die Expert*innen hier aber nicht – auch die Personalberater spüren die Flaute.
Einer der hier vorgestellten Betroffenen findet eine Job über die klassische Bewerbung, muss allerdings auch erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen.
Vielleicht ist das ja auch ein Weg: Sich verabschieden von den Karriereplänen, die man auch für sein fortgeschrittenes Alter hatte und mal gründlich überlegen, was außerdem in Frage käme. Selbst wenn das Gehalt dann völlig anders ausfällt. Wer mit Mitte 50 noch seine Ansprüche ändern kann, kommt so möglicherweise an einen Job, der vorher undenkbar war – der aber vielleicht mehr Freude bereitet.
