21. April 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Vorbilder in Führung und Organisation

REZENSION: Dirk Osmetz / Stefan Kaduk / Hans Wüthrich – Musterbrecher – Der Film. DVD & Stream. 2015.

Bücher, die „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ heißen, sind auf Applaus abonniert. Es gibt aber eben auch die andere Sorte Unternehmen. Solche, die sich durch eine außergewöhnliche Führung und zukunftsfähige Organisation auszeichnen. Sie haben den Applaus wirklich verdient. Eine Reise zu solchen Unternehmen haben Dirk Osmetz, Stefan Kaduk und Hans Wüthrich unternommen und daraus einen sehenswerten Film gemacht, der jetzt als DVD erschienen ist (Musterbrecher – Der Film).


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Eine Szene gleich zu Beginn hat mich besonders beeindruckt. Andreas Glemser, Mitglied des Vorstands der COCOMIN AG, eines auf Qualitätsmanagement spezialisierten Trainingsinstituts, erzählt ein für ihn einschneidendes Erlebnis: „Einen Vertrag machst Du ja nur, weil du Angst hast, dass dich jemand bescheißt. Wir hatten eine Sekretärin, die war von Anfang an dabei. Und nach 14 Jahren haben wir festgestellt, dass sie uns beklaut. Dann bist du extrem enttäuscht, und der normale Reflex wäre jetzt, Verträge einzuführen und allen Mitarbeitern zu misstrauen. Aber im Grunde genommen bin ich dankbar, dass es passiert ist. Denn genau in dem Moment ist mir klar geworden: Ich würde es wieder genauso machen. Ich würde nach wie vor den Menschen vertrauen, wie ich es vorher getan hatte. Weil es das Dümmste wäre, den Menschen zu misstrauen. Dann hast du nur noch Kontrolle – und gar keinen Spaß bei der Arbeit.“

Schöne Beispiele

Die Bilder und Statements aus unterschiedlichen Unternehmen sind sehenswert. Die Beispiele illustrieren vorbildliches und mutiges Management. Die Basis des Films ist das Buch „Musterbrecher. Die Kunst, das Spiel zu drehen“, das schon 2013 erschienen ist und noch mehr Beispiele vereint. Gelungen ist auch die konzeptionelle Rahmung durch die Autoren, deren akademische Heimat die Bundeswehrhochschule in München ist. Leicht verständlich vermitteln sie systemisches Denken und Handeln, ohne dass das schwere Gerät aus der Theoriekiste geholt wird.

Inzwischen gibt es auch vergleichbare Filmproduktionen, das soll nicht verschwiegen werden. So wurde im letzten Jahr „Augenhöhe“ als Crowdfunding-Projekt realisiert. Dort geht es um Selbstbestimmung, Partizipation, Potentialentfaltung als Trends der neuen Arbeitswelt. „Augenhöhe“ – Wege“, das soeben veröffentlichte Nachfolgeprojekt zeigt Unternehmen, die eine neue, menschlich und ökonomisch erfolgreiche Kultur der Zusammenarbeit praktizieren. Beide Ansätze, die Musterbrecher also auch die Augenhöhe-Autoren, vereint ein multimedialer Ansatz: Es werden Lernreisen und Diskussionsveranstaltungen vor Ort angeboten.

Das ist doch die wichtige Botschaft: Wir müssen diese guten Geschichten weiter erzählen! An möglichst viele und mit Nachdruck und Wirkung. Rummeckern und gehässiges Ablästern ist billig. Es gut machen und andere begeistern, es gleich zu tun, das ist heldenhaft – was bitte nicht mit den sogenannten Heldenreisen zu verwechseln ist, wo es meiner Meinung nach oft nur darum geht, den eigenen Minderwertigkeitskomplex zu veredeln. Auch nur billig …

Chapeau vor denen, die mit langem Atem an die Sache gehen, auf Nachhaltigkeit setzen, sich nicht zu schade sind, sich die Finger dreckig zu machen, und die soziale Bewegungen initiieren!

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Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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