13. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

KI: Denken lassen oder selbst denken?

INSPIRATION: Die Frage steht schon länger im Raum: Kann KI coachen? Ein konkreter Anwendungsfall wird nun im Coaching-Magazin berichtet: Im Coaching mit der Methode des Inneren Teams kommt in einer Teilgruppe KI zum Einsatz.

Dass KI coachen kann, dass dürfte inzwischen unbestritten sein (Coaching ohne Coaches). Der Grund dafür liegt – einem alten Diktum von Heinz von Foerster folgend – darin, dass der Empfänger über die Botschaft entscheidet. Wem also gefällt, was die „Plappermaschine“ ihm da offeriert, der mag sich inspiriert, erleuchtet oder was auch immer fühlen. Denn KI ist ja nicht wirklich intelligent, sondern bloß „nett“ (A Fool with a Tool).


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Autorin Stefanie Düll (ChatGPT im Coaching) geht die Sache wissenschaftlich an, und setzt gleich eine Vergleichsstudie mit 19 Teilnehmenden auf: Eine Gruppe arbeitet ohne, eine mit KI-Unterstützung.

Der Prompt

Das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben: Die KI-Antwort ist maßgeblich von einem guten Prompting abhängig. Autorin Düll drückt der KI-Gruppe im Vorgespräch also gleich ein solches in die Hand: „Du bist ein professioneller systemischer und lösungsorientierter Coach, der mich in der heutigen Sitzung als deinen Klienten mithilfe von offenen, neutralen Fragen coacht. Deine Aufgabe ist, mich durch eine Sitzung zur Erarbeitung des Modells ‚das innere Team‘ von Schulz von Thun zu führen …“ (es folgen nach diesen 7 noch weitere 27 Zeilen).

Tja, KI ist ja nicht intelligent, könnte man einwenden. Man muss sie erstmal auf die Spur setzen. In der Folge wird sie dann ihr Gedächtnis (vermutlich die gesamte Wikipedia, alle möglichen Websites von Coaches – und solchen, die sich dafür halten) durchforsten und uns – geschwind wie der Wind – eine statistisch wahrscheinliche, also durchschnittliche Antwort präsentieren. Dabei wird meine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ (Systemisches Coaching), das zum Schluss im Prompting vorkommt, vermutlich ausgeblendet – da nicht repräsentativ. Merke: KI liebt Masse und Durchschnittlichkeit wie sie sich gerne in Buzzwords inkorporiert.

Studienergebnisse

Die Autorin ist von den Ergebnissen ihrer Studie angetan, hält allerdings einen integrativen (hybriden) Ansatz für sinnvoll. Denn „die Erarbeitungszufri…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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